Kinderwunsch

Die Rolle der Hormone beim Kinderwunsch: Was Sie wissen sollten

Hormone beim Kinderwunsch: Die Rolle von FSH, LH, Östrogen, Progesteron, AMH und Schilddrüse. Wann Hormonwerte untersucht werden und was Frauen und.

Von Redaktion Elternbaby Aktualisiert am 04.03.2025
Die Rolle der Hormone beim Kinderwunsch: Was Sie wissen sollten

Wenn es mit dem Wunschkind nicht gleich klappt, rücken die Hormone in den Mittelpunkt. Sie steuern den Zyklus, den Eisprung und die Einnistung. Hier erfährst du, welche Hormone eine Rolle spielen, wann Werte untersucht werden und was du selbst beeinflussen kannst.

Die wichtigsten Hormone im Überblick

HormonAufgabe
FSH (follikelstimulierendes Hormon)Lässt in den Eierstöcken Eibläschen (Follikel) heranreifen
LH (luteinisierendes Hormon)Löst den Eisprung aus, stützt die zweite Zyklushälfte
Östradiol (Östrogen)Baut die Gebärmutterschleimhaut auf, steuert den Zyklus
ProgesteronBereitet die Schleimhaut auf die Einnistung vor, erhält eine Schwangerschaft
AMH (Anti-Müller-Hormon)Gibt einen Hinweis auf die Eizellreserve
ProlaktinRegt die Milchbildung an, erhöhte Werte können den Eisprung stören
TSH und SchilddrüsenhormoneSteuern den Stoffwechsel, beeinflussen den Zyklus (mehr dazu im Artikel Kinderwunsch und Schilddrüse)
TestosteronBei Männern für die Spermienbildung wichtig, bei Frauen in zu hohen Mengen z. B. bei PCOS ein Faktor

Wie spielen die Hormone im Zyklus zusammen?

Im Zyklus wechseln sich zwei Phasen ab. In der Follikelphase (erste Zyklushälfte) steigt FSH, ein Eibläschen reift heran und bildet Östrogen. Kurz vor dem Eisprung steigt LH stark an und löst ihn aus. In der Lutealphase (zweite Zyklushälfte) bildet der Gelbkörper Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung vorbereitet. Wird keine Eizelle befruchtet, sinken die Hormonspiegel und die Periode setzt ein. Den ungefähren Eisprung kannst du mit unserem Eisprung-Rechner bestimmen.

Wann ein hormonelles Ungleichgewicht möglich ist

Hinweise können sein:

  • sehr unregelmäßige, ausbleibende oder sehr lange Zyklen,
  • sehr kurze Zyklen oder Schmierblutungen vor der Periode,
  • vermehrte Körperbehaarung, Akne oder Haarausfall,
  • Milchfluss ohne Schwangerschaft,
  • starke Gewichtsveränderungen oder Schilddrüsenbeschwerden.

Häufige Ursachen sind das PCO-Syndrom (PCOS), Schilddrüsenerkrankungen, ein erhöhter Prolaktinspiegel, Über- oder Untergewicht, starker Stress oder die Wechseljahre. Eine Diagnose stellt immer die Praxis.

Wann und wie werden Hormone untersucht?

Die Frauenarztpraxis bestimmt Hormonwerte per Blutentnahme, je nach Frage an bestimmten Zyklustagen. FSH, LH und Östradiol werden häufig in der ersten Zyklushälfte (oft am 3. bis 5. Zyklustag) untersucht, Progesteron etwa eine Woche nach dem Eisprung. AMH lässt sich unabhängig vom Zyklustag messen. Zusätzlich werden oft Schilddrüsenwerte, Prolaktin und per Ultraschall die Eierstöcke untersucht. Auch beim Mann gehört bei Bedarf ein Spermiogramm dazu.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Wenn du unter 35 bist und nach etwa 12 Monaten regelmäßigem Geschlechtsverkehr nicht schwanger geworden bist, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung. Ab 35 Jahren gilt das schon nach etwa 6 Monaten. Bei sehr unregelmäßigen Zyklen, bekannten Erkrankungen oder früheren Fehlgeburten solltest du früher zur Praxis gehen. Mehr zum Alter findest du im Artikel Kinderwunsch ab 35.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Zyklusbeobachtung: Temperatur, Zervixschleim und Ovulationstests helfen, den Eisprung zu finden.
  • Behandlung der Ursache: z. B. Schilddrüsentherapie oder Behandlung von Prolaktin-Erhöhung.
  • Medikamente zur Förderung des Eisprungs: werden nur ärztlich verordnet und überwacht.
  • Weitere Verfahren der Kinderwunschbehandlung: z. B. Insemination oder künstliche Befruchtung, wenn andere Maßnahmen nicht reichen.

Was du selbst tun kannst

  • Ein normales Körpergewicht anstreben, denn Über- und Untergewicht stören den Zyklus.
  • Ausgewogen essen und regelmäßig bewegen.
  • Nicht rauchen, wenig Alkohol, ausreichend schlafen.
  • Stress reduzieren, soweit es im Alltag geht.
  • Ab Kinderwunsch Folsäure nehmen, siehe Vitamine und Mineralstoffe.

Häufige Fragen

Kann Stress den Eisprung verhindern?

Starker, anhaltender Stress kann den Zyklus verschieben oder den Eisprung ausfallen lassen. Gelegentlicher Alltagsstress ist in der Regel kein Problem.

Kann ich Hormonwerte selbst testen?

Ovulationstests messen LH im Urin und zeigen den bevorstehenden Eisprung. Für Fruchtbarkeitswerte wie AMH oder FSH ist eine ärztliche Blutuntersuchung nötig.

Wie wichtig sind die Hormone beim Mann?

Auch beim Mann steuern Hormone die Spermienbildung. Bei unerfülltem Kinderwunsch sollte immer das Paar abgeklärt werden, nicht nur die Frau.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Unsicherheit wende dich an deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt oder deine Hebamme.

Redaktioneller Hinweis

Dieser Artikel wurde von der ElternBaby-Redaktion erstellt und zuletzt am 04.03.2025 aktualisiert.

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